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Die Gutwalds werden Bauern

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden meine in Bezdiek b. Saatz (cz. Bezděkov u Žatce) ansässigen Gutwald-Ahnen Bauern und blieben es rund zwei Jahrhunderte.

- 1644 „am Montag nach dem Heiligen Jakob“ kauften mein derzeitiger Spitzenahne Matthaus Gutwald (* ca. 1620) und seine Frau Anna das Gut des verstorbenen Lorenz Zruzow für 500 Meißner Schock.

Die „Amtsmännern über die Dörfer“ Martin Lahoda und Jan Fleisner hatten das Gut durchgesehen und es als amtliche Vertreter der Waisen Katharina, Magdalena und Elisabeth Polakowin an Matthaus Gutwald und dessen Frau verkauft.

Da Matthaus kein Anzahlungsgeld zahlte, musste er jedes Jahr 12 Schock ohne Verspätung entrichten, bis die Summe abgezahlt war. Im „Grundbuch des Dorfes Bezdiek“ werden Abzahlungen in den Jahren 1645, 1651 und 1653 genannt. Über den Kaufpreis hinaus musste er jeder der Waisen, als sie erwachsen wurden, eine Kuh geben.

Zum Inventar des Gutes gehörten 1 Ochse, 2 Kühe, 1 Kalb und ein Wagen. Das Fehlen von Pflug, Egge, Schafen, Schweinen und Geflügel deutet darauf hin, dass die Verkäufer schon vorher manches verkauft oder verzehrt hatten, um sich über Wasser halten zu können.

- 1691, den 7. März, kauft Georg Gutwald (1654 – 1727) das Gut von seinem Vater für 500 Schock.

- 1718, den 22. Oktober, übernimmt Sohn Wenzel Gutwald (1695 – 1749) das Gut von seinem Vater, wiederum für 500 Schock.

- 1749, den 17. Oktober, übernimmt Hans Georg Gutwald (1719 – 1758), der älteste Sohn des Wenzl Gutwald, das Gut nach einem Translatus- (Übertragungs-) Vertrag mit Wenzl Gutwalds Erben für 700 Schock.

- 1763, den 17. Oktober, verkauft Maria Elisabeth Gutwald (1734 – 1803), die Witwe des Hans Georg Gutwald, das Bauernhaus nebst ¾ Huben an Johann Simon Domschowitz für 700 Schock. Beide hatten 1759 in Saaz geheiratet.

- 1769, den 17. März, verkauft Johann Simon Domschowitz das Gut an Anton John für 750 Schock.

- 1783, den 24. Mai, wird im Heiratsvertrag zwischen Jakob Gutwald (1727 – 1806) und Maria Elisabeth (1734 – 1803) verwitwete Domschowitz ein „Triefhäusl nebst Zugehör“ erwähnt. Es war  vermutlich Teil des Gutes Nr. 37, denn Jakob Gutwald stirbt 1806 in Bezdiek Nr. 37. Das „Triefhäusl“ ist vermutlich ein kleines Anwesen, wie es im östlichen Oberfranken als „Trüpf-Häusl“ bekannt ist. Diese Häuser waren eingeschossig und hatten ein Satteldach mit einem Traufüberstand an der Eingangseite. In Franken gab es noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts sogenannte "Tropfhäusel". Dazu gehörte so wenig Grund, dass das Wasser von der Dachtraufe gerade noch auf den eigenen Grund fiel.

Auch Tripfhäusl sind bekannt. Tripf bedeutet tropfen. Da wo das vom Dach herunter tropfende Regenwasser den Boden berührte, endete das Grundstück. Die Bewohner dieser Häuser waren arme Leute die für die Herrschaft oder Bauern gearbeitet haben. Sie waren aber besser dran als das Gesinde oder die Herberger (Mieter).

Von meinen direkten Vorfahren wurde auch Johann Josef Gutwald (1756 – 1792), ein Sohn von  Jakob Gutwald (1727 – 1806) in Bezdiek 37 geboren. Das gilt auch für seinen Sohn Johannes Gutwald (*15.2.1800). Erst dessen Sohn Karl Gutwald (*18.11.1834) erblickte nicht mehr in Bezdiek das Licht der Welt, sondern in Wenzelsdorf im Bezirk Brüx.

Die Gutwald haben also über sechs Generationen in Bezdiek gelebt. Unzählige Kinder und Kindeskinder stammen von Mathaus Gutwald und seiner Ehefrau Anna Kratky ab, mit der er 1644 das Gut in Bezdiek gekauft hatte.

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